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Rechtsanwaltsfachangestellte/r (ReFa)

Der Online-Videokurs für
Rechtsanwaltsfachangestellte/r
(ReFa)

Deine komplette Prüfungsvorbereitung. Visuell, verständlich und genau auf deinen IHK-Abschluss zugeschnitten.

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Warum Textbücher oft frustrieren

Trockene Theorie, schwer verständliche Fachbegriffe und endlose Textwände – so kennen viele Azubis ihre Prüfungsvorbereitung. Besonders bei komplexen Themen wie der IHK-Prüfung für Rechtsanwaltsfachangestellte/r (ReFa) wird aus dem Lernstoff schnell eine unüberschaubare Masse an Informationen. Unser Videokurs löst dieses Problem radikal mit Visuellem Lernen und zeigt dir, wie effizientes Lernen wirklich funktioniert.

Die alte Art zu lernen

  • Veraltete Skripte
  • Trockene Theorie
  • Fehlender Praxisbezug

Die Evkola Methode

  • Visuelles Verständnis
  • Echte Geschäftsfälle
  • Fokus auf Verständnis
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Dein roter Faden durch die Prüfung

Zivilprozessrecht
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35%

Zivilprozessrecht

Klageerhebung, Fristen, Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung. Die Grundlagen des Prozessrechts.

RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz)
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RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz)

Gebührenberechnung, Vorschuss, Kostenrechnung und Rechnungsstellung nach RVG.

Rechnungswesen
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25%

Rechnungswesen

Buchhaltung, Kostenrechnung und betriebswirtschaftliche Grundlagen.

WISO
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15%

WISO

Wirtschafts- und Sozialkunde. Deine Rechte & Pflichten als Azubi.

01

Lernen im eigenen Tempo

Pause, Spulen, Wiederholen – du bestimmst, wie schnell du lernst. Keine Zeitnot, kein Druck.

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Überall verfügbar

Lerne auf Handy, Tablet oder Laptop – zu Hause, unterwegs oder in der Pause.

03

Prüfungsnah

Fokus auf relevante IHK-Themen. Kein unnötiger Ballast – nur was wirklich wichtig ist.

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Update-Garantie

Immer aktueller Stoff. Wir aktualisieren den Kurs regelmäßig nach neuen Prüfungsvorgaben.

Entwickelt von Experten

Unsere Kurse werden nicht von Theoretikern erstellt. Jedes Modul ist geprüft von erfahrenen IHK-Prüfern und Ausbildern aus der Praxis.

Bereite dich gezielt auf Rechtsanwaltsfachangestellte/r (ReFa) vor

Unser Kurs deckt den offiziellen Rahmenlehrplan lückenlos ab. Wir starten mit den Grundlagen von Zivilprozessrecht, gehen dann tief in die Details von RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und bereiten dich optimal auf Rechnungswesen vor. Egal ob Rechenaufgaben oder komplexe Fälle – wir holen dich da ab, wo du stehst, und führen dich Schritt für Schritt zum Prüfungserfolg.

Jedes Video ist darauf ausgelegt, komplexe Inhalte verständlich zu machen. Wir zeigen dir nicht nur die Theorie, sondern erklären dir auch, wie sie in der Praxis angewendet wird. Du siehst echte Beispiele aus dem Berufsalltag, lernst typische Prüfungsaufgaben zu lösen und verstehst die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Themenbereichen. So verstehst du nicht nur, was du lernen musst, sondern auch warum es wichtig ist undwie du das Wissen in der Prüfung anwendest.

Unsere erfahrenen Dozenten kennen die IHK-Prüfung aus erster Hand und wissen genau, wo die Fallstricke lauern. Sie haben selbst hunderte von Azubis erfolgreich durch die Prüfung begleitet und kennen die typischen Fehler, die Prüflinge immer wieder machen. In unseren Videos erklären sie dir Schritt für Schritt, wie du komplexe Aufgaben löst, zeigen dir bewährte Lösungsstrategien und geben dir praktische Tipps, die dir in der Prüfung wirklich helfen. So bereitest du dich nicht nur oberflächlich vor, sondern erwirbst echtes Verständnis für deinen Ausbildungsberuf.

Der Kurs ist so strukturiert, dass du jederzeit zurückspringen kannst, wenn du etwas nicht verstanden hast. Du kannst schwierige Passagen mehrmals ansehen, in deinem eigenen Tempo lernen und gezielt die Themen wiederholen, die dir noch Probleme bereiten. Diese Flexibilität macht den Unterschied zwischen frustrierendem Büffeln und effektivem Lernen. Am Ende wirst du nicht nur die Prüfung bestehen – du wirst wirklich verstanden haben, worum es in deinem Beruf geht.

Dein IHK-Lexikon: Alle Themen im Detail

Rechtssystem & Grundlagen

Wie ist das deutsche Rechtssystem aufgebaut?

Das deutsche Rechtssystem gliedert sich in öffentliches Recht (Verhältnis Staat-Bürger, z.B. Verfassungs-, Verwaltungs-, Strafrecht) und Privatrecht/Zivilrecht (Verhältnis Bürger-Bürger, z.B. BGB, HGB). Es basiert auf dem Grundgesetz als höchster Rechtsnorm und folgt dem Gewaltenteilungsprinzip mit Legislative, Exekutive und Judikative. Die Gerichtsbarkeit unterteilt sich in ordentliche Gerichtsbarkeit, Verwaltungs-, Finanz-, Sozial- und Arbeitsgerichtsbarkeit.

Was regelt das Zivilrecht?

Das Zivilrecht (Privatrecht) regelt die Rechtsbeziehungen zwischen gleichgeordneten Rechtssubjekten (Privatpersonen, Unternehmen) und ist hauptsächlich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) kodifiziert. Es umfasst Schuldrecht (Verträge, unerlaubte Handlungen), Sachenrecht (Eigentum, Besitz), Familienrecht und Erbrecht. Charakteristisch ist der Grundsatz der Privatautonomie, wonach Bürger ihre Rechtsbeziehungen frei gestalten können.

Was ist öffentliches Recht?

Das öffentliche Recht regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern sowie zwischen staatlichen Organen und ist durch ein Über-/Unterordnungsverhältnis gekennzeichnet. Es umfasst Staatsrecht (Verfassungsrecht, Staatsorganisationsrecht), Verwaltungsrecht (Polizei-, Bau-, Gewerberecht), Strafrecht und Prozessrecht. Ziel ist die Ordnung des Gemeinwesens, die Sicherung von Grundrechten und die Beschränkung staatlicher Macht.

Welche Grundprinzipien prägen das Strafrecht?

Das Strafrecht regelt Straftaten und deren Sanktionen und ist im Strafgesetzbuch (StGB) kodifiziert. Es gilt das Legalitätsprinzip (nulla poena sine lege - keine Strafe ohne Gesetz), wonach nur gesetzlich definierte Handlungen strafbar sind. Weitere Grundsätze sind die Unschuldsvermutung, das Schuldprinzip (keine Strafe ohne Schuld) und der Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten).

Vertragsrecht

Was sind die Grundlagen des Vertragsrechts?

Das Vertragsrecht ist Teil des Schuldrechts (BGB) und regelt die Entstehung, den Inhalt und die Beendigung von Verträgen. Ein Vertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen (Angebot und Annahme) zustande und bindet die Parteien nach dem Grundsatz "pacta sunt servanda" (Verträge sind einzuhalten). Die Vertragsfreiheit ermöglicht es, Inhalte weitgehend frei zu gestalten, soweit gesetzliche Grenzen nicht überschritten werden.

Welche wesentlichen Pflichten entstehen aus einem Kaufvertrag?

Der Kaufvertrag (§§ 433 ff. BGB) verpflichtet den Verkäufer zur Übereignung der Sache und zur Verschaffung des Eigentums frei von Sach- und Rechtsmängeln. Der Käufer ist zur Zahlung des Kaufpreises und zur Abnahme der Kaufsache verpflichtet. Bei Mängeln hat der Käufer Gewährleistungsrechte (Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz).

Was regelt der Mietvertrag?

Der Mietvertrag (§§ 535 ff. BGB) verpflichtet den Vermieter zur Überlassung der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch und zur Erhaltung in gebrauchsfähigem Zustand. Der Mieter muss die vereinbarte Miete zahlen, die Mietsache pfleglich behandeln und nach Beendigung zurückgeben. Besondere Kündigungsschutzvorschriften gelten bei Wohnraummiete zum Schutz des Mieters.

Welche Besonderheiten hat der Werkvertrag?

Der Werkvertrag (§§ 631 ff. BGB) verpflichtet den Unternehmer zur Herstellung eines Werkes (z.B. Bauleistung, Reparatur) und den Besteller zur Zahlung der Vergütung. Anders als beim Dienstvertrag schuldet der Unternehmer einen Erfolg, nicht nur Tätigwerden. Bei Mängeln hat der Besteller Gewährleistungsansprüche, insbesondere Nacherfüllung, und kann unter Umständen selbst nachbessern oder nachbessern lassen.

Worauf ist bei der Vertragsgestaltung zu achten?

Bei der Vertragsgestaltung müssen die Parteien eindeutig identifiziert, der Vertragsgegenstand präzise beschrieben und die wesentlichen Rechte und Pflichten klar geregelt werden. Wichtig sind Regelungen zu Leistungszeit, -ort, Vergütung, Gewährleistung, Haftung und Vertragsbeendigung. AGB müssen wirksam einbezogen werden und dürfen keine überraschenden oder unangemessen benachteiligenden Klauseln enthalten (§§ 305 ff. BGB).

Haftung & Ansprüche

Was bedeutet Haftung im Zivilrecht?

Haftung bezeichnet die rechtliche Verpflichtung, für einen eingetretenen Schaden einzustehen, und kann vertraglich (aus Vertragsverletzung) oder deliktisch (aus unerlaubter Handlung, §§ 823 ff. BGB) begründet sein. Die Haftung kann verschuldensabhängig (bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit) oder verschuldensunabhängig (Gefährdungshaftung) sein. Der Geschädigte hat Anspruch auf Schadensersatz in Geld oder Naturalrestitution (Herstellung des Zustands vor der Schädigung).

Welche Gewährleistungsrechte hat der Käufer bei Mängeln?

Bei einem Mangel der Kaufsache kann der Käufer zunächst Nacherfüllung verlangen (Nachbesserung oder Ersatzlieferung, § 439 BGB). Schlägt die Nacherfüllung fehl oder wird sie verweigert, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder Schadensersatz verlangen (§§ 437, 440 BGB). Die Gewährleistungsfrist beträgt bei beweglichen Sachen zwei Jahre ab Übergabe, kann aber bei unternehmerischen Verkäufen auf ein Jahr verkürzt werden.

Wann besteht ein Schadensersatzanspruch?

Ein Schadensersatzanspruch entsteht bei Pflichtverletzung (vertraglich oder deliktisch), Verschulden (Vorsatz oder Fahrlässigkeit), Schaden und Kausalität zwischen Pflichtverletzung und Schaden. Der Geschädigte muss so gestellt werden, als wäre das schädigende Ereignis nicht eingetreten. Schadensersatz umfasst den entgangenen Gewinn (§ 252 BGB) und kann auch immateriellen Schaden (Schmerzensgeld) einschließen, wenn das Gesetz dies vorsieht.

Was bedeutet Verjährung und welche Fristen gelten?

Die Verjährung begrenzt die zeitliche Durchsetzbarkeit von Ansprüchen und führt dazu, dass der Schuldner die Leistung verweigern kann (§ 214 BGB). Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger Kenntnis erlangt hat (§§ 195, 199 BGB). Besondere Fristen gelten u.a. für Gewährleistung (zwei Jahre), Schadensersatz aus Delikt (drei Jahre ab Kenntnis) und Grundstücksrechte (zehn Jahre).

Prozessrecht

Was regelt das Prozessrecht?

Das Prozessrecht (formelles Recht) regelt das gerichtliche Verfahren zur Durchsetzung materieller Rechte und ist hauptsächlich in der Zivilprozessordnung (ZPO), Strafprozessordnung (StPO) und Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) kodifiziert. Es bestimmt die Zuständigkeit der Gerichte, den Ablauf des Verfahrens, Fristen, Beweisregeln und Rechtsmittel. Ziel ist ein faires, rechtsstaatliches Verfahren mit rechtlichem Gehör und Waffengleichheit.

Wie wird eine Klage erhoben?

Eine Klage wird durch Einreichung einer Klageschrift beim zuständigen Gericht erhoben und muss die Parteien, das Gericht, den Streitgegenstand und einen bestimmten Antrag enthalten (§ 253 ZPO). Die Klageschrift sollte den Sachverhalt, die rechtliche Würdigung und die Anträge genau darlegen. Das Gericht prüft die Zulässigkeit (Zuständigkeit, Klagefrist) und Begründetheit der Klage und entscheidet durch Urteil.

Was ist eine Beweisaufnahme und welche Beweismittel gibt es?

Die Beweisaufnahme dient der Klärung streitiger Tatsachen im Prozess, wobei das Gericht Beweis durch Zeugen, Sachverständige, Urkunden, Augenschein oder Parteivernehmung erhebt (§§ 355 ff. ZPO). Im Zivilprozess gilt die Beibringungsmaxime, wonach die Parteien den Tatsachenstoff beibringen und Beweisanträge stellen müssen. Das Gericht würdigt die Beweise nach freier Überzeugung und entscheidet bei Unaufklärbarkeit nach der Beweislastverteilung.

Welche Rechtsmittel gibt es im Zivilprozess?

Gegen erstinstanzliche Urteile können Berufung (§§ 511 ff. ZPO) beim Oberlandesgericht oder bei Streitwerten bis 600 Euro Sprungrevision eingelegt werden, gegen zweitinstanzliche Urteile Revision (§§ 542 ff. ZPO) beim Bundesgerichtshof. Berufung prüft Tatsachen und Recht, Revision nur Rechtsfragen. Gegen Beschlüsse und Verfügungen kann Beschwerde eingelegt werden. Rechtsmittel müssen form- und fristgerecht begründet werden.

Was ist eine Berufung und welche Voraussetzungen gelten?

Die Berufung ist ein Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Urteile der Amts- oder Landgerichte und ermöglicht eine vollständige Überprüfung in Tatsachen und Recht durch die nächsthöhere Instanz. Sie muss innerhalb eines Monats eingelegt und innerhalb von zwei Monaten begründet werden (§ 519 ZPO). Voraussetzung ist ein Streitwert von mehr als 600 Euro oder die Zulassung der Berufung durch das Erstgericht wegen grundsätzlicher Bedeutung.

Vollstreckung

Was ist Zwangsvollstreckung?

Die Zwangsvollstreckung ist die staatliche Durchsetzung eines Anspruchs gegen den Willen des Schuldners und erfordert einen Vollstreckungstitel (z.B. rechtskräftiges Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Urkunde) sowie eine Vollstreckungsklausel. Sie wird auf Antrag des Gläubigers vom Gerichtsvollzieher oder Vollstreckungsgericht durchgeführt. Die Vollstreckung kann in bewegliche Sachen (Pfändung und Verwertung), Forderungen (Pfändungs- und Überweisungsbeschluss) oder Immobilien (Zwangsversteigerung, Zwangsverwaltung) erfolgen.

Welche Vollstreckungstitel gibt es?

Vollstreckungstitel sind vollstreckbare gerichtliche Entscheidungen (Urteile, Beschlüsse), Vollstreckungsbescheide, notarielle Urkunden mit Vollstreckungsunterwerfung, Prozessvergleiche und weitere in § 794 ZPO genannte Titel. Sie müssen rechtskräftig oder für vorläufig vollstreckbar erklärt sein und mit einer Vollstreckungsklausel versehen werden. Der Titel dokumentiert die Existenz und den Umfang des Anspruchs und legitimiert die Zwangsmaßnahmen.

Notarielle Tätigkeiten

Was ist eine notarielle Beurkundung und wann ist sie erforderlich?

Die notarielle Beurkundung ist eine Formvorschrift für bestimmte Rechtsgeschäfte, bei der ein Notar die Erklärungen der Beteiligten in einer Urkunde niederlegt und beglaubigt. Sie ist zwingend vorgeschrieben bei Grundstücksverträgen (§ 311b BGB), Eheverträgen, Erbverträgen, Schenkungsversprechen und Gesellschaftsverträgen bestimmter Rechtsformen. Der Notar berät unparteiisch, prüft die Geschäftsfähigkeit, klärt über rechtliche Folgen auf und verwahrt die Urkunde.

Wie läuft ein notarieller Grundstückskauf ab?

Beim Grundstückskauf müssen Käufer und Verkäufer vor dem Notar erscheinen, der den Kaufvertrag verliest, erläutert und beurkundet. Der Vertrag regelt Kaufpreis, Grundstück, Übergabetermin, Lasten und Gewährleistung. Der Notar veranlasst die Vormerkung im Grundbuch zum Schutz des Käufers, prüft die Fälligkeit des Kaufpreises, überwacht die Zahlung und die lastenfreie Eigentumsumschreibung. Erst mit Eintragung im Grundbuch geht das Eigentum über.

Was ist das Grundbuch und welche Funktion hat es?

Das Grundbuch ist ein öffentliches Register beim Amtsgericht, das die Eigentumsverhältnisse, Rechte und Belastungen von Grundstücken dokumentiert. Es gliedert sich in Aufschrift, Bestandsverzeichnis, Abteilungen I (Eigentümer), II (Lasten außer Grundpfandrechte), III (Grundpfandrechte wie Hypotheken, Grundschulden). Das Grundbuch genießt öffentlichen Glauben (§ 892 BGB), wonach der Inhalt als richtig gilt, sodass gutgläubiger Erwerb möglich ist.

Erb- & Familienrecht

Wie funktioniert die gesetzliche Erbfolge?

Die gesetzliche Erbfolge tritt ein, wenn keine wirksame letztwillige Verfügung vorliegt, und bestimmt sich nach dem Verwandtenerbrecht (§§ 1924 ff. BGB) in Ordnungen. Erben erster Ordnung sind Abkömmlinge (Kinder, Enkel), zweiter Ordnung Eltern und deren Abkömmlinge, dritter Ordnung Großeltern und deren Abkömmlinge. Der Ehegatte erbt neben Verwandten (1/4 bis 1/2 je nach Ordnung, bei Zugewinngemeinschaft erhöht sich der Anteil um 1/4). Nähere Verwandte schließen entferntere aus.

Was ist ein Testament und welche Formen gibt es?

Ein Testament ist eine einseitige, frei widerrufliche Verfügung über den Nachlass und kann eigenhändig (handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben, § 2247 BGB) oder öffentlich (notariell beurkundet, § 2232 BGB) errichtet werden. Es ermöglicht die Abweichung von der gesetzlichen Erbfolge durch Erbeinsetzung, Enterbung, Vermächtnisse und Auflagen. Ehepartner können ein gemeinschaftliches Testament errichten. Das Testament muss beim Amtsgericht hinterlegt werden.

Was regelt eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ermächtigt eine Vertrauensperson, im Falle der eigenen Geschäftsunfähigkeit oder Handlungsunfähigkeit (z.B. durch Krankheit, Unfall) stellvertretend zu handeln. Sie umfasst alle oder bestimmte Lebensbereiche (Gesundheit, Vermögen, Wohnung) und sollte schriftlich erteilt werden, für bestimmte Bereiche ist notarielle Beurkundung erforderlich. Die Vorsorgevollmacht vermeidet eine gerichtliche Betreuung und gibt dem Bevollmächtigten umfassende Befugnisse zur Interessenwahrnehmung.

Welche zentralen Bereiche umfasst das Familienrecht?

Das Familienrecht (Buch 4 BGB) regelt Ehe (Eheschließung, eheliche Lebensgemeinschaft, Scheidung, Unterhalt), Verwandtschaft (Abstammung, Eltern-Kind-Verhältnis, elterliche Sorge), Vormundschaft und Betreuung. Es enthält Schutzvorschriften für Schwächere (Kinder, Ehegatten) und berücksichtigt das Kindeswohl als leitenden Grundsatz. Wichtige Regelungen betreffen Unterhaltspflichten, Sorgerecht, Umgangsrecht und Zugewinnausgleich bei Scheidung.

Wirtschafts- & Arbeitsrecht

Was regelt das Gesellschaftsrecht?

Das Gesellschaftsrecht regelt die Gründung, Organisation, Haftung und Beendigung von Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) und Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG). Es unterscheidet zwischen Personengesellschaften (unbeschränkte persönliche Haftung, enge Bindung der Gesellschafter) und Kapitalgesellschaften (Haftungsbeschränkung auf Gesellschaftsvermögen, eigene Rechtspersönlichkeit). Die Rechtsform bestimmt Haftung, Geschäftsführung, Gewinnverteilung und Publizitätspflichten.

Welche Besonderheiten hat das Handelsrecht?

Das Handelsrecht ist das Sonderprivatrecht der Kaufleute und im Handelsgesetzbuch (HGB) kodifiziert. Es enthält Sonderregelungen für den Handelsverkehr wie erleichterte Formvorschriften, besondere Sorgfaltspflichten, Prokura, Handlungsvollmacht und handelsrechtliche Geschäfte (z.B. Handelskauf mit verschärfter Rügepflicht). Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt oder im Handelsregister eingetragen ist. Das Handelsrecht dient der Beschleunigung und Vereinfachung des Geschäftsverkehrs.

Was sind die Grundlagen des Arbeitsrechts?

Das Arbeitsrecht regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und gliedert sich in Individualarbeitsrecht (Arbeitsvertrag, Arbeitsbedingungen, Kündigung) und Kollektivarbeitsrecht (Tarifverträge, Betriebsverfassung, Arbeitskampf). Es enthält zahlreiche Schutzvorschriften zugunsten des Arbeitnehmers (Kündigungsschutz, Arbeitszeitschutz, Urlaubsanspruch). Wichtige Gesetze sind das Bürgerliche Gesetzbuch, Kündigungsschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz, Bundesurlaubsgesetz und Betriebsverfassungsgesetz.

Mandantenarbeit

Was umfasst die anwaltliche Rechtsberatung?

Die Rechtsberatung ist die Kernaufgabe von Rechtsanwälten und umfasst die Aufklärung über die Rechtslage, die Prüfung von Erfolgsaussichten, die Entwicklung von Handlungsstrategien und die Vertretung vor Gericht. Der Anwalt muss den Mandanten umfassend beraten, über Risiken aufklären und dessen Interessen bestmöglich vertreten. Die Beratung unterliegt der anwaltlichen Schweigepflicht und dem Zeugnisverweigerungsrecht. Rechtsberatung darf nur von zugelassenen Rechtsanwälten erbracht werden (Rechtsdienstleistungsgesetz).

Was ist Mediation und wie funktioniert sie?

Mediation ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung, bei dem ein neutraler Mediator die Parteien bei der Erarbeitung einer einvernehmlichen Lösung unterstützt. Der Mediator leitet das Verfahren, trifft aber keine Entscheidungen. Mediation ist vertraulich, zukunftsorientiert und kostengünstiger als ein Gerichtsverfahren. Sie eignet sich besonders für Konflikte, bei denen die Parteien weiterhin in Beziehung stehen (Nachbarschaft, Familie, Geschäftspartner).

Worauf kommt es bei der Mandantenbetreuung an?

Eine professionelle Mandantenbetreuung erfordert kompetente rechtliche Beratung, zuverlässige Kommunikation, Einhaltung von Fristen, sorgfältige Aktenführung und die Wahrung der Verschwiegenheitspflicht. Der Anwalt muss Mandantenwünsche ernst nehmen, klar über Erfolgsaussichten und Kosten informieren und im Interesse des Mandanten handeln. Fachangestellte unterstützen durch Organisation, Terminüberwachung, Schriftsatzerstellung und Mandantenkontakt. Vertrauen und Transparenz sind Grundlagen einer erfolgreichen Mandantenbeziehung.

Was bedeutet Rechtsfähigkeit?

Rechtsfähigkeit ist die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein, und beginnt bei natürlichen Personen mit der Vollendung der Geburt (§ 1 BGB) und endet mit dem Tod. Juristische Personen (GmbH, AG, Vereine) erlangen Rechtsfähigkeit mit Eintragung im zuständigen Register. Rechtsfähigkeit bedeutet nicht automatisch Geschäftsfähigkeit. Auch Rechtsfähige ohne Geschäftsfähigkeit (z.B. Kinder) können Rechte und Pflichten haben.

Was ist Geschäftsfähigkeit und welche Stufen gibt es?

Geschäftsfähigkeit ist die Fähigkeit, Rechtsgeschäfte selbstständig wirksam vorzunehmen. Kinder unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig (§ 104 BGB), ihre Willenserklärungen sind nichtig. Minderjährige (7-17 Jahre) sind beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB) und benötigen für Rechtsgeschäfte die Einwilligung der gesetzlichen Vertreter, können aber lediglich rechtlich vorteilhafte Geschäfte allein wirksam abschließen. Ab 18 Jahren besteht volle Geschäftsfähigkeit.

Welche Arten von Urkunden gibt es?

Urkunden sind verkörperte Gedankenerklärungen mit Beweisfunktion und werden unterschieden in öffentliche Urkunden (von Behörden oder Notaren ausgefertigt, voller Beweis für Amtshandlung, § 415 ZPO) und Privaturkunden (von Privatpersonen erstellt, freie Beweiswürdigung). Notarielle Urkunden haben besondere Beweiskraft und können mit Vollstreckungsunterwerfung als Vollstreckungstitel dienen. Urkunden dienen der Rechtssicherheit, Beweissicherung und können Formvorschriften erfüllen.

Beruf & Ordnung

Was regelt die Gebührenordnung für Rechtsanwälte?

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) regelt die Vergütung anwaltlicher Tätigkeit und enthält gesetzliche Gebührentabellen (Wert- und Pauschalgebühren) für verschiedene Tätigkeiten (Beratung, Vertretung, Prozessführung). Die Gebührenhöhe richtet sich nach dem Streitwert, der Art und dem Umfang der Tätigkeit. Anwalt und Mandant können Honorarvereinbarungen (Vergütungsvereinbarung, Erfolgshonorar mit Einschränkungen) treffen. Die Gebührenordnung sichert eine angemessene Vergütung und schützt Mandanten vor überhöhten Forderungen.

Was umfasst das Kostenrecht?

Das Kostenrecht regelt die Erstattung von Gerichtskosten und Anwaltsgebühren im Prozess und ist im Gerichtskostengesetz (GKG) und in der ZPO geregelt. Grundsatz: Die unterliegende Partei trägt die Kosten des Rechtsstreits einschließlich der Kosten der Gegenseite (§ 91 ZPO). Bei teilweisem Obsiegen werden die Kosten verhältnismäßig aufgeteilt. Außergerichtliche Kosten (z.B. Abmahnung) werden nur erstattet, wenn gesetzlich vorgesehen. Eine Kostenberechnung ermittelt die Höhe der erstattungsfähigen Kosten.

Welche Datenschutzpflichten gelten in Anwaltskanzleien?

Anwaltskanzleien müssen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) einhalten und dürfen personenbezogene Daten nur mit Einwilligung oder gesetzlicher Grundlage (z.B. Mandatsvertrag) verarbeiten. Sie müssen technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Daten treffen, Mandanten über die Datenverarbeitung informieren und Betroffenenrechte (Auskunft, Löschung, Berichtigung) gewähren. Verstöße können hohe Bußgelder nach sich ziehen.

Was bedeutet die anwaltliche Schweigepflicht?

Die anwaltliche Schweigepflicht (§ 43a BRAO) verpflichtet Rechtsanwälte und ihre Mitarbeiter, über alle Mandantengeheimnisse Stillschweigen zu bewahren, und gilt zeitlich unbegrenzt auch nach Mandatsende. Sie schützt das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant und ermöglicht offene Kommunikation. Die Verletzung der Schweigepflicht ist strafbar (§ 203 StGB). Ausnahmen bestehen nur bei Einwilligung des Mandanten oder gesetzlichen Offenbarungspflichten (z.B. Geldwäscheprävention in engen Grenzen).

Häufige Fragen

Wie lange habe ich Zugriff auf den Kurs?
Solange dein Abo läuft, hast du 24/7 Zugriff auf alle Kursinhalte. Du kannst jederzeit von zu Hause, unterwegs oder in der Pause lernen.
Kann ich auf dem Smartphone lernen?
Ja, unsere Plattform ist 100% mobiloptimiert. Du kannst auf Smartphone, Tablet oder Laptop lernen – egal wo du bist.
Sind die Inhalte aktuell?
Ja, wir aktualisieren unsere Kurse regelmäßig nach jedem Prüfungsjahrgang. So bekommst du immer die aktuellsten Inhalte und Prüfungsvorgaben.
Gibt es eine Kündigungsfrist?
Nein, du kannst monatlich kündigen. Keine versteckten Kosten, keine langen Bindungsfristen. Volle Flexibilität für dich.

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