Wie Du mit Krankmeldungen richtig umgehst

Krank melden oder nicht?

Krank melden und was Du dabei beachten solltest

In den letzten Jahren gab es einen Trend, dass Krankmeldungen zurückgegangen sind. Das hatte sicherlich mit der Arbeitsmarktsituation zu tun und mit der Angst vor Arbeitnehmern, den Job zu verlieren. Seit 3 Jahren nimmt aber die Anzahl der Krankmeldungen wieder zu. Dabei spricht man in der Branche der Krankenkassen von der sogenannten Betroffenenquote. Diese hat in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen.
Die AOK veröffentlichte in ihrem Report 2018 folgende Zahlen:
Die Betroffenenquote lag 2017 bei 48,6 Prozent. Dies bedeutet, dass für weniger als jeden Zweiten eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung vorlag. Im Jahr 2017 ist die Betroffenenquote somit gestiegen (2016: 44,6 Prozent).

Was ist nun zu tun wenn man krank ist?

Grundsätzlich gilt: Wer krank ist sollte zu Hause bleiben. Allerdings muss die Frage natürlich gestaltet sagen, was genau es bedeutet krank zu sein. Diese Frage lässt sich nämlich nicht so ohne weiteres klar beantworten. Während für den einen schon das Bein gebrochen sein muss oder der Kopf ab sein muss, ist bereits das kleine Zipperlein oder der kleine Schnupfen eine Krankheit. Hierbei sollte man allerdings folgendes berücksichtigen.

Für eine Krankmeldung spricht:

• Du möchtest deine Kollegen nicht anstecken.
• Du bist nicht leistungsfähig und könntest sogar Fehler bei der Arbeit machen.

Gegen eine Krankmeldung spricht:

• Du möchtest Engagement zeigen gegenüber Deinem Chef und Deinen Arbeitskollegen.
• Du möchtest deinen Arbeitsplatz auf keinen Fall verlieren und gehst deshalb bei kleineren Krankheiten trotzdem zur Arbeit.
• Du möchtest Deine Kollegen nicht hängen lassen besonders dann, wenn es bestimmte Arbeiten gibt, die du in der Regel ausführst und die andere normalerweise nicht machen können.

Um hier eine gute Entscheidung für dich finden zu können, solltest du dir selber ein paar Fragen stellen. Das musst du nicht erst dann machen, wenn du krank bist. Du kannst das bereits vorher machen, so dass du im Fall der Fälle bereits eine gute Entscheidung vor einer Krankheit getroffen hast.

Was tut dein Arbeitgeber normalerweise bei einer Krankmeldung von einem Arbeitskollegen? Reagiert er normalerweise verständnisvoll oder eher abwertend? Hast du in der Vergangenheit bemerkt, dass Arbeitskollegen die öfter krank waren deswegen gemobbt oder abgemahnt wurden?

• Was sagen Deine Arbeitskollegen, wenn jemand aus der Abteilung krank geworden ist?
• Wird über diese Arbeitskollegen eher negativ gesprochen oder eher verständnisvoll?
• Was passiert wenn du morgen nicht zur Arbeit gehen könntest? Gibt es dann Probleme bei der Abarbeitung der täglichen Arbeit? Oder übernehmen deine Arbeitskollegen sowieso schon hier und da deine Arbeit oder du die Arbeit von anderen?

Nachdem du die diese Fragen beantwortet hast, kannst du schnell feststellen, ob du lieber zu Hause bleiben möchtest oder ob du trotz einer leichten Krankheit ins Büro oder zur Arbeit fährst. Außerdem solltest du in deine Überlegungen einbeziehen, ob es noch weitere Faktoren gibt die in diese Überlegungen mit einfließen sollten. Dazu gehören Probezeiten, schlechtes ansehen bei Vorgesetzten oder z.B. anstehende Gehaltsverhandlungen. Die Entscheidung darüber musst du am Ende allein treffen. Außerdem scheint es in jedem Fall sinnvoll zu sein, bereits im Vorfeld ein und Vertretungsplan zu machen für den Fall der Fälle.

Wie meldest du dich nun richtig krank?

In § 5 Absatz 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) steht: „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.“ Du solltest dich also auf jeden Fall so früh wie möglich krankmelden. Auch dann, wenn du noch gar nicht bei einem Arzt gewesen bist.

Außerdem gilt: „Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.“ Du musst also das Attest spätestens nach dem dritten Tag bei deinem Arbeitgeber vorlegen. Achte darauf, dass diese vier Tage Frist die normalen Werktage betrifft. Wenn also deine Krankheit kurz vor dem Wochenende oder vor einem Feiertag auftritt, brauchst du Samstage, Sonntage und Feiertage nicht mitzuzählen. Dies ist eine gesetzliche Bestimmung und gilt damit grundsätzlich. Du solltest aber wissen, dass das Gesetz dem Arbeitgeber ebenfalls erlaubt, diese Bescheinigung früher zu verlangen. Es könnte also sein, dass dein Arbeitgeber von dir verlangt, dass Du Deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am ersten Arbeitstag vorlegen musst. Dieses wurde vom Bundesarbeitsgericht 2012 in einem Urteil entschieden, als eine Redakteurin des WDR vor dem Bundesarbeitsgericht geklagt hatte.

Welche Gründe musst Du bei einer Krankmeldung angeben?

Im Grundsatz gilt, dass du nicht dazu verpflichtet bist den Grund für einen krankheitsbedingten Ausfall anzugeben. Wenn du dir einmal die AUs anschaust, die du dem Arbeitgeber vorlegen musst, stellst du fest, dass dort keine Diagnosen angegeben sind. Aus Datenschutzgründen darf auch deine Krankenkasse dazu keine Auskunft geben. Umgekehrt bist du aber als Arbeitnehmer verpflichtet, deinen Arbeitgeber bei einer hochansteckenden Krankheit darüber zu informieren. Denn auch dein Arbeitgeber hat eine gesetzliche Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Im Fall einer hochansteckenden Krankheit müsste er also entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Wie meldest du dich am besten krank?

Hier gilt, dass du von jeder Möglichkeit Gebrauch machen kannst, mit deinem Arbeitgeber in Kontakt zu treten. Das kann also ein Telefonat sein, eine E-mail, eine WhatsApp, ein Fax oder jede andere Kommunikationsmöglichkeit, über die du deinen Arbeitgeber informieren kannst. Je nachdem wie dein Arbeitsverhältnis zu deinem Vorgesetzten ist, solltest du auf jeden Fall auf eine korrekte Rechtschreibung achten. Auch eine förmliche Mitteilung solltest du in jedem Fall einer zu persönlichen Mitteilung vorziehen. Bei der telefonischen Mitteilung solltest du beachten, dass du dir den Namen des Mitarbeiters notiert, mit dem du telefoniert hast. So kannst du später nachweisen, dass das Telefonat tatsächlich stattgefunden hat. Grundsätzlich solltest du deinen Vorgesetzten über deine Krankmeldung informieren, ansonsten kannst du das auch im Personalbüro tun. Außerdem ist es immer schlau, auch die Arbeitskollegen darüber zu informieren, dass du in den nächsten Tagen nicht zur Arbeit kommst. Denn dann hast du auch hier alles getan, damit man von Deiner Abwesenheit weiß und entsprechende Vorkehrungen treffen kann.

Was solltest du tun, wenn du trotz Krankheit Angst davor hast, dich krank zu melden?

In diesem Fall kannst du dich fragen, durch was Deine Ängste begründet sind? Ist es beispielsweise in der Vergangenheit öfter vorgekommen, dass Deine Vorgesetzten sehr negativ auf Krankmeldungen reagiert haben? Oder haben vielleicht deine Arbeitskollegen schlecht über dich gesprochen, wenn du dich mal krank gemeldet hast? Wenn all das nicht passiert ist, darfst du jetzt in dich gehen und dich fragen, woran es denn liegt, dass du dir ein schlechtes Gewissen machst? Jeder von uns kann krank sein und es ist nicht schlimmes daran wenn man krank geworden ist. Ganz im Gegenteil, wir leben in einer Gesellschaft in der man sich gegenseitig helfen soll und in der man Verständnis für andere Personen aufbringen soll. Solltest du also eine der vorangegangenen Fragen mit Ja beantworten können es gibt Gründe dafür, dass ich mir eine Krankmeldung nicht leisten kann, dann solltest du dich sowieso fragen, ob du in dem richtigen Betrieb arbeitest oder ob du nicht langfristig über eine Änderung deines Arbeitgebers nachdenken solltest. Wenn das normalerweise nicht der Fall ist, dann darfst du dich selber zumindest beruhigen. Denn dann spricht vieles dafür, dass du eher selbst ein Problem mit dem “krank werden” hast, als deine Arbeitskollegen und dein Chef. In diesem Fall könntest du über die Gründe nachdenken, warum du so über deine eigene Krankheit denkst, wie du es gerade tust. Möglicherweise gab es in deiner Familie oder in deinem näheren Umfeld Menschen, die krank geworden sind. Und du konntest mit dieser Situation nicht umgehen, oder hast erlebt wie andere Menschen mit dieser Situation nicht gut umgehen konnten. Wenn du die Gründe dafür herausgefunden hast, warum du so über diese Situation denkst, kannst du damit beginnen diese Situation aufzulösen. Dafür stehen Dir mehrere Techniken zur Verfügung, weitere Informationen dazu findest du in unseren Mentaltrainings.

 

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